Ausbildungsjahr 2021/22

©ArGe Medien im ZVEH

Ab dem neuen Ausbildungsjahr 2021/22 gelten die neuen Ausbildungsordnungen. Ausgebildet wird dann in fünf elektrohandwerklichen Ausbildungsberufen. Neben einigen Neuerungen bezüglich der Lerninhalte wird auch erstmals ein ganz neuer Beruf angeboten: der/die „Elektroniker/-in für Gebäudesystemintegration“. Innungsfachbetriebe und interessierte Schulabgänger/-innen sollten sich also am besten jetzt schon schlau machen.

2021 wird sich einiges in der elektrohandwerklichen Ausbildung ändern. Dann nämlich greift die im Jahr 2019 vom Zentralverband der Deutschen Elektro- und Informationstechnischen Handwerke (ZVEH) angestoßene Neuordnung der Ausbildungsberufe. Und das bedeutet: Aus ehemals sieben Ausbildungsberufen werden fünf, darunter ein ganz neuer: der/die Elektroniker/-in für Gebäudesystemintegration als Spezialist für den Bereich Gebäudeautomation und Smart Home.

Für Betriebe, die 2021 Auszubildende suchen, wie auch für alle, die 2021 eine elektrohandwerkliche Lehre beginnen möchten, läuft also ab jetzt der Countdown. Während sich Auszubildende fragen, „welche Ausbildung passt zu mir?“, stehen Betriebe vor der Frage, „in welchem Bereich kann und möchte ich ausbilden?“ Fragen, bei denen ein Blick auf die Inhalte der fünf Berufsbilder helfen kann.

Der/die Elektroniker/-in für Gebäudesystemintegration
Mit der Schaffung dieses neuen Ausbildungsberufes reagierte der ZVEH auf die zunehmende Digitalisierung, auf die wachsende Nachfrage nach nachhaltigen
Lösungen im Bereich Wärmeversorgung, Energieerzeugung und -management sowie das steigende Interesse an komplexen, vernetzten Smart-Home-Lösungen.
Der/die Elektroniker/-in für Gebäudesystemintegration als Spezialist für Vernetzung
und gewerkeübergreifende Gebäudetechnologien fungiert künftig als Bindeglied zu Planern im Bereich smarter Gebäude. Zielgruppe für diesen Ausbildungsgang sind insbesondere auch Abiturienten und Studienumsteiger.

Grundlegende Lerninhalte zum Berufsbild:

•    Analysieren gebäudetechnischer Systeme
•    Durchführen der gewerkeübergreifenden technischen Planung und Integration
gebäudetechnischer Anlagen und Systeme
•    Integrieren von Komponenten und Funktionen an gebäudetechnischen
Anlagen und Systemen
•    Messen und Analysieren physikalischer Kennwerte an Gebäudesystemtechnik,
•    Fehler erkennen und Maßnahmen einleiten
•    Montieren und Installieren gebäudetechnischer Systeme
•    Konzipieren und Projektieren der Integration gebäudetechnischer Anlagen und Systeme
•    Parametrieren, Inbetriebnehmen und Übergeben gebäudetechnischer Anlagen und Systeme
•    Programmieren, Einrichten und Testen von Software
•    Projekte übergeben und dokumentieren
•    Warten, Instandhalten und Optimieren

Der/die Elektroniker/-in Fachrichtung Energie und Gebäudetechnik
Den/die Elektroniker/-in Fachrichtung Energie- und Gebäudetechnik, der/die mit 85 Prozent der aktuellen Auszubildenden der beliebteste elektrohandwerkliche Ausbildungsberuf ist, gab es bereits vor der Neuordnung der Ausbildung. In seinen
Aufgabenbereich fallen:

Grundlegende Lerninhalte zum Berufsbild:

•    Analysieren technischer Systeme
•    Messen und Analysieren physikalischer Kennwerte an Gebäudesystemtechnik, Fehler erkennen und Maßnahmen einleiten
•    Analysieren und Beheben von Fehlern sowie Instandhalten von Geräten und Systemen
•    Montieren und Installieren von Bauteilen, Baugruppen und Geräten
•    Montieren und Installieren von Netzwerken
•    Aufbauen und Prüfen von Steuerungen und Regelungen

Fachrichtungsspezifische Inhalte „Energie- und Gebäudetechnik":
•    Konzipieren von Systemen der Energie- und Gebäudetechnik
•    Installieren und Inbetriebnehmen von Energiewandlungssystemen und ihren Leiteinrichtungen
•    Aufstellen und Inbetriebnehmen von Geräten
•    Installieren und Konfigurieren von Gebäudesystemtechnik
•    Installieren und Prüfen von Antennen und Breitbandkommunikationsanlagen
•    Wiederholungsprüfungen und Instandhalten von gebäudetechnischen Systemen

Der/die Elektroniker/-in Fachrichtung Automatisierungs- und Systemtechnik
Der/die Elektroniker/-in Fachrichtung Automatisierungs- und Systemtechnik vereint
Inhalte aus zwei früheren Ausbildungsberufen (Elektroniker/-in Automatisierungstechnik und Systemelektroniker).

Grundlegende Lerninhalte zum Berufsbild:
•    Analysieren technischer Systeme
•    Messen und Analysieren physikalischer Kennwerte an Gebäudesystemtechnik, Fehler erkennen und Maßnahmen einleiten
•    Analysieren und Beheben von Fehlern sowie Instandhalten von Geräten und Systemen
•    Montieren und Installieren von Bauteilen, Baugruppen und Geräten
•    Montieren und Installieren von Netzwerken
•    Aufbauen und Prüfen von Steuerungen und Regelungen

Fachrichtungsspezifische Inhalte „Automatisierungs- und Systemtechnik":

•    Konzipieren von Systemen der Automatisierungstechnik
•    Programmieren, Installieren und Konfigurieren von Automatisierungssystemen
•    Parametrieren und Inbetriebnehmen von Automatisierungssystemen
•    Prüfen, Instandhalten und Optimieren von Automatisierungssystemen

Der/die Elektroniker/-in
Beim Monoberuf Informationselektroniker/-in wurden Inhalte aus dem/der Informationselektroniker/- in Schwerpunkt Geräte- und Systemtechnik und dem/der Informationselektroniker/- in Schwerpunkt Bürosystemtechnik sowie aus dem Ausbildungsberuf des/der Elektronikers/-in Fachrichtung Informations- und Telekommunikationstechnik zusammengefasst. Zu den betrieblichen Einsatzgebieten gehören Geräte-, IT- und Bürosystemtechnik, Sende-, Empfangs- und Breitbandtechnik, Sicherheits- und Gefahrenmeldetechnik sowie Telekommunikationstechnik.

Grundlegende Lerninhalte zum Berufsbild:
•    Analysieren von Systemen der Informations- und Kommunikationstechnik
•    Messen und Analysieren physikalischer Kennwerte an Systemen
•    Planen, Projektieren und Organisieren der Arbeit
•    Montieren, Installieren und Integrieren von Systemen
•    Parametrieren, Inbetriebnehmen und Übergeben
•    Installieren, Programmieren, Einrichten und Testen von Software
•    Bedienen und Administrieren
•    Sicherstellen des Betriebs von Systemen der Informations- und Kommunikationstechnik
•    Umsetzen und Integrieren von Datenschutz- und Informationssicherheitskonzepten
•    Warten, Instandhalten, Betreiben und Optimieren

Der/die Elektroniker/-in für Maschinen und Antriebstechnik
Auch beim Ausbildungsberuf „Elektroniker/-in für Maschinen und Antriebstechnik" handelt es sich um einen Monoberuf, den es vorher schon gab. Neu ist aber, dass Inhalte aus dem früheren Ausbildungsberuf Systemelektroniker/-in in die Ausbildung einfließen.

Grundlegende Lerninhalte zum Berufsbild:
•    Analysieren maschinen- und antriebstechnischer Systeme
•    Messen und Auswerten physikalischer Kennwerte an elektrischen Maschinen und Antriebssystemen, Fehler erkennen und Maßnahmen einleiten
•    Montieren sowie Instandsetzen mechanischer Bauteile und Baugruppen
•    Herstellen von Wicklungen
•    Installieren, Verdrahten und Anschließen von elektrischen Antriebs-, Energieerzeugungs- und Energiespeichersystemen
•    Installieren und Inbetriebnehmen von analogen und digitalen Steuerungen
•    Integration von Maschinen und Anlagen in IT-Systeme
•    Instandhalten und Instandsetzen von Antriebs-, Energieerzeugungs- und Energiespeichersystemen

Weitere Infos unter: Zentralverband der Deutschen Elektro- und Informationstechnischen Handwerke (ZVEH)

Übrigens: Wer seine Ausbilungsplätze in den E-Zubis-Stellenfinder der E-Handwerke oder unter www.eh-bb.de/profil-bearbeiten (E-Handwerke Berlin-Brandenburg) einstellt, verbessert die Sichtbarkeit und damit die Chancen, sich qualifizierten Nachwuchs zu sichern. 

 

 

 

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