SARS-CoV-2 Arbeitsschutzstandard für das Baugewerbe

© Grant Durr / Unsplash

Arbeitgeber sind verpflichtet, ihre Beschäftigten am Arbeitsplatz vor gesundheitlichen Risiken zu schützen. Die aktuelle Corona-Pandemie stellt die Betriebe dabei vor eine besondere Herausforderung. Die BG Bau hat nun einen branchenspezifischen Arbeitsschutzstandard entwickelt, der Arbeitgebern im Baugewerbe zeigt, wie sie das Ansteckungsrisiko minimieren können bzw. müssen.

Als bislang größte Herausforderung des 21. Jahrhunderts bezeichneten die Tarifvertragsparteien der Bauwirtschaft die aktuelle Corona-Pandemie Ende März. Längst ist die Situation nicht ausgestanden. Wirtschaftlich droht der Branche die Krise nach der Krise, zudem könnten weitere Infektionswellen die Lage zusätzlich verschärfen. Jeder ist gefordert, seinen Beitrag zu leisten.

In Sachen Gesundheitsschutz am Arbeitsplatz kommt den Arbeitgebern dabei eine besondere Rolle zu. Schon vor der Corona-Krise waren sie verpflichtet, eine Gefährdungsbeurteilung der Arbeitsplätze vorzunehmen und die Sicherheit und Gesundheit ihrer Beschäftigten am Arbeitsplatz zu gewährleisten. Durch die Corona-Pandemie hat sich die Gefahrenlage verändert, die Schutzmaßnahmen mussten und müssen entsprechend angepasst werden.

Konkrete Vorgaben gab es in den ersten Wochen jedoch nicht.  Mitte April veröffentlichte das Bundesarbeitsministerium dann einen SARS-CoV-2-Arbeitsschutzstandard, der Arbeitgebern vorgibt, welche Maßnahmen sie verbindlich umsetzen müssen. Dieser wurde nun seitens der BG Bau für die Betriebe der Bauwirtschaft und baunahe Dienstleistungen konkretisiert. "Unternehmen, die sich daran orientieren, erfüllen die rechtlichen Anforderungen an den Arbeitsschutz", so die BG Bau in einer Pressemitteilung. Arbeitgeber müssten den Arbeitsschutz neu organisieren und Schutzmaßnahmen anpassen.

Die Arbeitsschutzorganisation betrifft verschiedene Maßnahmen, unter anderem:

ein Maßnahmenkonzept zur Umsetzung notwendiger Schutzmaßnahmen erstellen

aktive Kommunikation im Betrieb sicherstellen, so müssen etwa Mitarbeiter zu den Hygieneregeln unterwiesen und eine Corona-Ansprechperson benannt werden

individuelle Maßnahmen zum Schutz von Risikogruppen vereinbaren

Umgang mit Verdachtsfällen auf COVID-19-Erkrankungen regeln

Abstimmung der Betriebe auf einer Baustelle koordinieren, so müssen etwa ein interner Koordinator benannt, die Baustellenordnung ergänzt und eine Liste der Personen vor Ort geführt werden

Die Schutzmaßnahmen umfassen Aktualisierungen hinsichtlich:

der Betriebsstätte und der Schutzabstände, u.a. 1,5 Meter Abstand halten und Anzahl der Personen am selben Ort begrenzen

der Arbeitsorganisation, so sollten etwa Besprechungen und Kundengespräche bevorzugt als Telefon-, Videoanruf oder Video-Chat durchgeführt werden

der Arbeitszeit- und Pausengestaltung, so sollten diese möglichst versetzt stattfinden

der Hygiene, etwa hinsichtlich Arbeitskleidung und Handhygiene

der Arbeitsmittel, so sollte beispielsweise Werkzeug möglichst personenbezogen verwendet oder zumindest regelmäßig gereinigt werden

der Aufbewahrung von Arbeitskleidung und der Persönlichen Schutzausrüstung (PSA)

des Mund-Nasen-Schutzes und der Persönlichen Schutzausrüstung (PSA), bei unvermeidbarem Kontakt zu anderen Personen bzw. nicht einhaltbaren Schutzabständen sollen den Beschäftigten etwa Mund-Nasen-Masken bereitgestellt und von diesen getragen werden. Auch eigene Behelfsmasken der Arbeitnehmer sind zulässig.

der Sammelunterkünfte, die besonderen Schutzmaßnahmen unterliegen

Den vollständigen SARS-CoV-2 Arbeitsschutzstandard für das Baugewerbe stellt die BG Bau hier zum Download bereit.

 

Quelle: https://www.deutsche-handwerks-zeitung.de

Zurück zur Übersicht