Wann verfallen Urlaub und Überstunden?

©Eric Rothermel/Unsplash

Immer wieder, spätestens zum Jahresende, stellt sich für Arbeitnehmer die Frage, was mit den noch vorhandenen Urlaubstagen geschieht. Das Bundesurlaubsgesetz (BUrlG) sieht grundsätzlich vor, dass der Jahresurlaub vom Arbeitnehmer bis spätestens zum 31.12. des Jahres genommen werden muss, ansonsten verfällt er, § 7 BUrlG.

Ins Folgejahr übertragen …

Das ist nur möglich, wenn der Urlaub aufgrund dringender betrieblicher, oder persönlicher Gründe nicht genommen werden konnte. Allerdings muss der übertragene Urlaub bis längstens 31.03. des Folgejahres genommen werden, sonst verfällt auch dieser.

Urlaub zu Corona-Zeiten ...

Auch wenn der Arbeitnehmer den Urlaub auf Grund aktueller Bestimmungen gezwungenermaßen Zuhause verbringen muss, sei das kein Grund, ihn zu verlegen.

Ausnahme bei unterlassenem Hinweis durch Arbeitgeber …

Laut der Rechtsprechung des europäischen Gerichtshofs müssen Arbeitgeber den Arbeitnehmer rechtzeitig über den drohenden Verfall von Urlaubstagen hinweisen. Sollte das nicht geschehen, verfällt der Urlaub nicht und wird automatisch ins nächste Jahr übertragen. Vor allem dann, wenn keine dringenden betrieblichen oder persönlichen Gründe vorlagen. Daher ist Arbeitgebern die Vornahme eines solchen Hinweises dringend zu empfehlen!

Ausnahme bei Langzeiterkrankung …

Konnte der Arbeitnehmer seinen Urlaub bis zum Jahresende aufgrund einer längeren Krankheit nicht nehmen, so verfällt der Urlaub nicht, sondern wird als Freizeitanspruch ins nächste Jahr übertragen. Dieser übertragende Urlaub verfällt wiederum erst nach 15 Monaten nach Ablauf des Jahres, in dem der Urlaubsanspruch entstanden ist.

Auszahlung von Urlaubstagen …

Eine Urlaubsabgeltung sieht das Gesetz lediglich in den Fällen vor, bei denen der Urlaub aufgrund einer Beendigung des Arbeitsverhältnisses nicht mehr genommen werden kann. Sollte nach einer Kündigung des Arbeitsverhältnisses noch Urlaubstage bestehen, so muss der ehemalige Arbeitgeber diese auszahlen, § 7 Abs. 4 BUrlG.

Andere Situation bei Überstunden …

Ansprüche auf Ausgleich von Überstunden verfallen nur durch eine Verfallsklausel im Arbeitsvertrag, wenn sie nicht in einem bestimmten Zeitraum genommen werden. Existiert diese Frist nicht, greift die regelmäßige Verjährungsfrist, die laut Paragraf 195 des Bürgerlichen Gesetzbuches bei drei Jahren liegt.

In der Regel werden Überstunden ausbezahlt oder mit Freizeit abgegolten, das ist jeweils abhängig von der Übereinkunft mit dem Arbeitgeber oder tariflichen Regelungen. Überstunden dürfen auch dann mit Freizeit ausgeglichen werden können, wenn der Arbeitnehmer während des Ausgleichs krank werde. Sie unterscheiden sich darin vom Urlaub.

Hinweis: Abweichungen ggf. durch Tarifregelungen in einzelnen Gewerken!

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